Ob auf mobipocket.com, ciando.com oder libri.de – ein reichhaltiges Angebot an eBooks gibt es inzwischen schon seit über 10 Jahren. Jedoch werden diese scheinbar bisher nur selten benutzt – ich kenne z.B. niemanden, der regelmäßig eBooks liest, mich eingeschlossen.
Ich glaube dies liegt im Wesentlichen daran, dass die bisherigen Möglichkeiten eBooks zu lesen auf dauer ziemlich belastend für die Augen und ziemlich unbequem sind. Ich lese jedenfalls ungern lange Texte am Monitor oder auf meinem Handydisplay…
Diesen Gedanken haben wohl eine Menge großer Konzerne aufgegriffen, denn bereits seit einigen Jahren werden Geräte entwickelt, welche statt mit einem herkömmlichen CRT / LCD / TFT – Display mit einer ganz anderen Darstellungsweise arbeiten, die auch als elektronische Tinte bezeichnet wird. Schrift wird dort auf Kunststoff dargestellt, dessen Oberfläche aus kleinsten mehrfarbigen Kugeln besteht, welche durch elektrische Impulse “gedreht” werden können. Strom wird für die Darstellung somit nur benötigt, um das derzeitige (Schrift-) Bild zu ändern (also um umzublättern).![]()
Somit ist das Bild natürlich während des Betrachtens einer Seite gänzlich unbewegt und angenehm für die Augen. Die Reflektionseigenschaften sollen denen von echtem Papier nahezu entsprechen.
Inzwischen sind bereits erste Modelle dieser neuen eBook- Reader auf dem Markt. Diese können nicht nur Bücher darstellen, sondern auch Zeitungsartikel, Webseiten, bieten eine Suchfunktion in den Büchern und lassen via Stylus Notizen zu. Neue Bücher oder Zeitungsabonnement können direkt via WLAN ohne zusätzliches Gerät erworben werden und kostenlose RSS- Feeds können ebenfalls abonniert werden. Eines dieser Geräte ist z.B. der iLiad von iRex. Sony und Hitachi bieten ebenfalls Geräte an.
Außerdem plant Amazon zusammen mit Google in Kürze ein Gerät namens Kindle vorzustellen – eventuell schon auf der Frankfurter Buchmesse in dieser Woche. Der Shop von Amazon scheint bereits für das neue Gerät konfiguriert zu sein, denn in einigen Blogs tauchten bereits Screenshots zu Produktseiten auf, welche Bücher in der “Kindle”- Version anbieten. Ich finde das ganze eine wirklich nette Idee und glaube, dass sich das soagar bei angemessenen Preisen relativ schnell etablieren würde. Ich erinnere mich, wie schnell ich vom Kaufen von CDs zu Onlineangeboten wie Musicload oder Napster gewechselt bin…
Bücher könnten so natürlich mit wesentlich geringerem Kostenaufwand publiziert werden und Vertriebskanäle würden vermutlich schlanker werden. Auch wenn das nicht unbedingt erfreulich für das Unternehmen wäre, in dem ich derzeit arbeite / studiere, finde ich das ganze doch sehr interessant…